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Katrin Helling-Plahr äußert sich zum Änderungsantrag der Großen Koalition zur Ausweitung der Kinderkrankentage

"Vor dem Hintergrund von Schul- und Kitaschließungen brauchen Eltern jetzt schnelle und unbürokratische Hilfe. Dringender denn je müssen wir ihnen jetzt mehr Flexibilität bei der Organisation zwischen Beruf und Kindesbetreuung ermöglichen, ohne sie vor wirtschaftliche Existenzprobleme zu stellen. Um dieses grundsätzlich zu begrüßende Ziel zu erreichen, beschreitet die Große Koalition mit ihrem Änderungsantrag zur Ausweitung der Kinderkrankentage jedoch einen ordnungspolitisch zweifelhaften Weg. Faktisch sieht der Änderungsantrag vor, dass gesunde Eltern gesunder Kinder Krankengeld erhalten sollen. Betreuungsprobleme von Kindern über Lohnersatzleistungen der Krankenkassen auszugleichen ist schlichtweg sach- und systemfremd."

"Das Infektionsschutzgesetz bietet diesbezüglich geeignetere Möglichkeiten als eine zweifelhafte Ergänzung in den Sozialgesetzbüchern III und V. Der bereits bestehende Paragraph 56 Absatz 1a des Infektionsschutzgesetzes sollte angepasst und erweitert werden. Unter normalen Umständen wäre die ordnungspolitisch unsaubere Vorgehensweise der Großen Koalition ein Grund, die Zustimmung zu dem Änderungsantrag zu verweigern. Doch für uns hat es nun oberste Priorität, Familien unkompliziert zu helfen. Deshalb haben wir dem Änderungsantrag heute zugestimmt."

"Was sagt die Bundesregierung Betroffenen, wie Privatversicherten und vielen Selbstständigen, die nicht von der Regel profitieren? Ihnen stehen theoretisch Hilfen über den Paragraphen 56 des Infektionsschutzgesetzes zu, doch Betroffene klagen häufig über zu lange Bearbeitungszeiten und zu viel Bürokratie bei der staatlichen Erstattung. Zudem gilt diese Regelung ihrem Wortlaut nach nur bei geschlossener KiTa und nicht für Eltern, die im Home Office arbeiten können. Ich fordere die Bundesregierung auf, nun wirklich allen Eltern effizient und strategisch zu helfen, die aufgrund der Pandemie vor großen Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung stehen."

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